
Seit 1982 sind wir zusammen. Unsere Anfänge mit der „Kleinsten Bühne der Welt“ liegen im Straßentheater – damals noch in Hamburg. Vielleicht rührt daher unsere Vorliebe für die kurze Form und sicher auch das Bemühen um „nahe“ Aufführungssituationen, um Dialog mit unserem Publikum und um Verständlichkeit unserer theatralen Mittel.
Im Freien waren wir oft mit Lärm und Stumpfsinn konfrontiert. Straßentheater machen wir darum heute kaum noch, versuchen aber, die im Freien gewonnene Haltung auch auf Bühnensituationen zu übertragen.
Auf der Bühne bleiben wir privat, sind Hedwig Rost und Jörg Baesecke; wir nehmen keine neue Rolle ein, um unsere Geschichten zu erzählen und zu spielen. Den Geschichten wollen wir Raum geben, sie sollen lebendig werden und weiterleben.
Unsere Geschichten schreiben wir in aller Regel nicht selbst. Die meisten Stoffe stammen aus der mündlichen Tradition: es sind Märchen, Volkserzählungen, Sagen und Balladen, die oft über Generationen von Mund zu Ohr zu Mund gewandert sind und denen wir jetzt unsere darstellerischen Mittel und unsere Stimmen leihen. Ja, der Wortlaut kommt von uns – und der kann sich auch immer wieder ändern.
Unser Theater: Figuren- oder Puppentheater, Bildertheater, Objekttheater, Musik, Performance, Tanz oder Bildende Kunst – jedes unserer kleinen Stückchen sucht sich eine eigene Form. Doch welche Bezeichnung wäre für unser Theater insgesamt treffend? Wir selbst haben lange gebraucht um festzustellen, dass wir nicht Schauspieler oder Puppenspieler sind. Im Grunde sind wir Erzähler, und wir versinnbildlichen unsere Geschichten auf immer wechselnde Art und Weise. Unsere Texte behalten dabei allerdings stets die narrative Form.
Mehr über die ersten 15 Jahre unserer künstlerischen Arbeit findet sich in diesem kleinen Aufsatz.
Hedwig Rost studierte Geige am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Sie hat eine tanzpädagogische und therapeutische Ausbildung.
Jörg Baesecke, 1. und 2. juristisches Staatsexamen, ist seit 1980 Freier Schauspieler. Er ist Präsident der Gesellschaft zur Förderung des Puppenspiels am Münchner Stadtmuseum und hat das Münchner Erzählkunstforum „KUNST DER STUNDE“ mitbegründet. Er führt auch Regie, u.a. bei mehreren Produktionen des Papiertheaters Nürnberg.
Wir leben nahe bei München. Hier arbeiten wir u.a. mit der SCHAUBURG (Theater der Jugend) zusammen, dem städtischen Kinder- und Jugendtheater.
Gastspielreisen führten uns durch ganz Deutschland und halb Europa. Auf Kindertheater-, Figurentheater- und Erzählkunstfestivals haben wir gespielt, öffentlich und privat, einzeln und zusammen:
Alden Biesen / Belgien (Int. Vertelfestival), Utrecht / Niederlande (Int. Vertelfestival), Graz / Österreich („GRAZ erzählt“), Zürich / Schweiz (Festival „Blickfelder“), Baden / Schweiz (FIGURA-Festival); Stockholm / Schweden (Fabula Festival), St.Donats / Wales (Festival “Beyond the border”), London (CrickCrackClub), Paris („Quartier d’ été“), Guadalajara / Spanien (Maraton de los cuentos), Milton Keynes / England (Festival “A word in edgeways”), Zakynthos (Griechenland), Opole und Lodz (Polen).
Außerdem waren wir in Kairo, Johannesburg (RSA) und Harare (Zimbabwe) zu Gast.
Auftritte bei mehreren Kongressen der Europäischen Märchengesellschaft (EMG) und bei den Erzählkunstfestivals in Aachen, Konstanz, Nürnberg und Remscheid.
Erzähler beim SILK ROAD PROJECT – gemeinsam mit dem Cellisten Yo Yo Ma in der Kölner Philharmonie.
rebus.
Bis 1995 haben wir ausschließlich Stücke für unsere kleine Kofferbühne entwickelt, die wir zum größten Teil auch heute noch spielen. Im gleichen Jahr fingen wir aber auch an, über andere (Miniatur-) Bühnenformen nachzudenken. Seither ist eine große Zahl von Programmen entstanden, in denen die eigentliche „Kleinste Bühne der Welt“ gar nicht vorkommt.

Heute kündigen wir uns bei Aufführungen für Kinder und bei Programmen mit der Kofferbühne als „Kleinste Bühne der Welt“ an. Sozusagen als Firmennamen verwenden wir „rebus. Freie Theater Produktion“, um wirklich alle unsere Angebote zu umfassen. Neben Theateraufführungen und Erzählveranstaltungen sind das Kurse/Fortbildungen, Vorträge und Produktionsbegleitung/Regie. Für nähere Informationen dazu bitten wir um Kontaktaufnahme.
rebus bedeutet Bilderrätsel, und zwar in vielen europäischen Sprachen. Das soll auf die enge Beziehung zwischen erzähltem Text und den dazu gezeigten Bildern hinweisen, die unsere Arbeit ja sehr wesentlich ausmacht. Das Rätsel kommt aber bei uns meist Hand in Hand mit der Auflösung: die Darbietung soll ja auch weniger Kopfzerbrechen als vielmehr Freude bereiten. 